DER SCHLAEFER, DIE LARVE, ...\unddiezeit\
Musikvideoprogramm 2005
27:54 min.
Exzerpt: Video 01 »What do You Live For?«

Kamera, Bildbearbeitung, Grafik, Effekte, Animation, Schnitt, Darsteller, Produktion und © GRAF+ZYX

Komposition, Arrangement, alle Instrumente, Text, Gesang, Produktion und © GRAF+ZYX



Der Schlaefer, die Larve, ...\unddiezeit\

06:23
1A | der schlaefer, die larve, … \unddiezeit\
1B | winter in 3D 1998
what do you live for [TRUST NO WOMAN 1981 : LP]

02:32
2A | »kreuzen sie die zeit! dies ist ein befehl« sagte der schläfer zur larve
2B | 1000 variationen aus dem leben eines lüfters
i look out [GRAF+ZYX 77–82 : CD-R audio]

01:12
3A | roter rot 1981
3B | 1000 variationen aus dem leben eines lüfters
prima causa [OBSESSIVE VOGUE 82 : CD-R audio]

04:27
4A | hey you V.2.0 [nominiert für die »VIPER | INTERNATIONAL AWARDS 2005«]
4B | 1000 variationen aus dem leben eines lüfters
hey you [TRUST NO WOMAN 1981]

02:04
5A | messerschnitt
5B | messerschnitt asymmetrisch
WTW T2 09 [WIEN-TOKYO-WIEN : 1984 | CD-R audio]

04:35
6A | vasarely rauft sich das haar – vor der leinwand
6B | 0X – SW
sister green eye [TRUST NO WOMAN 1981]

04:42
7A | voegel fliegen
7B | rotes wasser – grünes wasser 1998
get away darkside [ROTER ROT | GRAF+ZYX 77–82]

01:00
8A | lauft 1981
8B | trifft 1983
miniatur [GRAF+ZYX 77–82]

Der Schlaefer, die Larve, ...\unddiezeit\

Videoprogramm für die gleichnamige Installation

der raum, in dem die zeit lebt.
die mixed-media-installation von GRAF+ZYX »der schläfer, die larve, … \unddiezeit\« stellt sich als eine »inszenierung eines hypothetischen konstrukts« zur zeit dar, das mit den verschiedensten künstlerischen ausdruckmitteln wie körper, stimme, musik und geräusch – sozusagen den basiselementen der darstellenden kunst – sowie dem starren und dem beweglichen der bildenden kunst perfekt an der bruchlinie zwischen abstraktem und gegenständlichem operiert.
die erzählung, eine »umschreibung« des emotionalen zustands der unfähigkeit zur wahrnehmung von zeit, ist den vorwissenschaftlich-philosophischen gefühlen des menschen[nur?] wohl vertraut und wäre mit der exaktesten wissenschaftstheorie nicht besser zu definieren, als es mit dieser arbeit instinktiv geschieht.
eine dauer oder eine grenze der handlung ist nirgends genau festgelegt. sie könnte von einer millisekunde bis in die ewigkeit reichen und/oder gleichzeitig in verschiedenen dimensionen und/oder gleichzeitig in verschiedenen welten und/oder am selben ort zu verschieden zeiten stattfinden und während die bildfahnen – eine »ikonografie des stillstands« symbolisiered – handelnde hilflos in die starre geometrie des zeichenstifts und des wortfragments einbinden [wie bei einem schnappschuss immer eine millisekunde zu spät und mit garantiert dem falschen ausschnitt, aber für eine ewigkeit in dieser haltung eingefroren] treiben im video dieselben, mittels rhythmik, animation, gesang und text streng strukturiert und definiert, dennoch expandierend, haltlos und sich auflösend – ja sich verlierend – durch zeit und raum. vorangetrieben ins überall und nirgends und ohne ziel. diese handelnden sind gleichermaßen objekt und subjekt, real und fiktiv, vergangenheit und zukunft.
geschickt werden – wie in der gesamten installation auch – in der videoarbeit aktuelle künstlerische konstruktionen mit persönlichen artefakten [z.b. 25 jahre alten »authentischen trash-movies« aus der vergangenheit der künstler] verknüpft und gerade in dieser gratwanderung zwischen »kontrolliertem gefühl« und »hemmungslosem intellekt« liegt der besondere reiz dieser produktion.
dem rezipienten allerdings wird theoretisches verständnis bei gleichzeitig emotionaler teilnahme und einer flexibilität, fremde gedankensprünge aufzunehmen, abverlangt und bei dieser attacke auf seine wahrnehmungsfähigkeit wird er in das ungewohnte, beunruhigende spannungsfeld eines »intellektuellen genusses« eingeführt. als apperzepient einmal in diese hybride welt der beschleunigten darstellung und der permanent langsamen räumlichen bewegung eingetaucht, bringt ein videoloop [nach 20 minuten] endlich die erleichterung in einer wiederschau auf formal bereits vertrautes und verführt bis an die grenze zur trance. diese stimmung wird je nach standort des betrachters entweder von der musik getragen oder lautstark vom immerwährenden rauschen der lüfter untermalt. © tamara star|R|

AUSSTELLUNGEN / AUFFÜHRUNGEN

2005/2006
Die Mixed-Media-Ausstellung »DER SCHLAEFER, DIE LARVE, … \unddiezeit\« wurde im Rahmen der »ARCO2006-POSTMEDIALE KONDITION« in der Neuen Galerie am Landesmuseum Joanneum in Graz und im Medialab Madrid gezeigt.

Das Musikvideo »HEY YOU« V.2.0 wurde für die »VIPER INTERNATIONAL COMPETITION 2005« nominiert.